Ein neues Poster ist schnell ausgesucht – aber dann steht man vor der Wand und fragt sich: Muss ich dafür wirklich bohren? Gerade in der Mietwohnung, auf Fliesen oder wenn du die Bilder öfter umhängen willst, ist die Antwort zum Glück: nein. Hier sind sieben Methoden, mit denen du Poster und Bilderrahmen ohne Bohrmaschine an die Wand bringst – und wann welche Methode sinnvoll ist.
Vorab: Gewicht und Untergrund entscheiden
Bevor du eine Methode wählst, kläre zwei Fragen:
- Wie schwer ist das Bild? Ein ungerahmtes Poster wiegt fast nichts, ein großer Rahmen mit Glas dagegen schnell mehrere Kilo. Acrylglas ist deutlich leichter als echtes Glas.
- Wie ist die Wand? Glatte, gestrichene Wände und Fliesen sind ideal für Klebelösungen. Bei Raufaser, frisch gestrichenen Wänden oder alten Tapeten hält Kleber schlechter – und kann beim Ablösen Tapete oder Farbe mitnehmen.
Achte bei allen Klebeprodukten auf die Tragkraft laut Hersteller und plane lieber großzügig.
1. Doppelseitige Klebestreifen (wieder ablösbar)
Ablösbare Klebestreifen, wie es sie von verschiedenen Herstellern gibt, sind der Klassiker. Du klebst sie auf die Rückseite des Rahmens und drückst ihn an die Wand. Zum Entfernen zieht man die Lasche langsam parallel zur Wand – im Idealfall bleiben keine Rückstände.
Gut für: leichte bis mittelschwere Rahmen, glatte Wände, Mietwohnungen.
Tipp: Wand vorher mit etwas Spiritus entfetten und die Streifen 30 Sekunden fest andrücken.
2. Klebehaken und Klebenägel
Klebenägel sehen aus wie ein normaler Nagel, halten aber mit einem Klebepad. Der Vorteil: Du kannst den Rahmen ganz normal an der Aufhängung einhängen und später leicht geraderücken. Für Fliesen gibt es spezielle Varianten.
Gut für: gerahmte Bilder mit Aufhänger, Badezimmer und Küche mit Fliesen.
3. Posterleisten (Posterhänger)
Posterleisten aus Holz oder Aluminium werden oben und unten an das Poster geklemmt oder magnetisch befestigt. Oben hat die Leiste eine Schnur, die du an einem Klebehaken einhängst. Das wirkt modern und skandinavisch – und du brauchst keinen Rahmen.
Gut für: ungerahmte Poster, einen lockeren, wohnlichen Look, Motive aus unseren Kategorien Pflanzen oder Schwarz-Weiß.
4. Washi Tape oder Posterstrips
Für ungerahmte Poster sind dekoratives Washi Tape an den Ecken oder spezielle, rückstandsfrei ablösbare Posterstrips die schnellste Lösung. Washi Tape ist dabei bewusst sichtbar und wird Teil der Deko.
Gut für: Kinderzimmer, Jugendzimmer, Arbeitsecken und alles, was du oft austauschen möchtest. Nicht geeignet für Rahmen.
5. Anlehnen statt Aufhängen
Die einfachste Methode überhaupt: Stell den Rahmen auf ein Sideboard, eine Kommode, ein Regal oder sogar auf den Boden und lehne ihn an die Wand. Mehrere Bilder in unterschiedlichen Größen leicht überlappend wirken lässig und gewollt – und du kannst jederzeit umdekorieren.
Gut für: große Formate im Wohnzimmer, Fensterbänke, den Platz über dem Bett im Schlafzimmer.
6. Bilderleiste mit wenigen Befestigungspunkten
Eine Bilderleiste ist nicht ganz bohrfrei: Sie wird meist mit zwei oder drei Schrauben befestigt – manche Modelle auch mit Montagekleber. Danach kannst du darauf aber beliebig viele Bilder abstellen und austauschen, ohne je wieder zu bohren. Wer eine Gallery Wall plant, die sich öfter ändert, spart damit langfristig viele Löcher.
7. Klemm- oder Spannsysteme
Teleskopstangen zwischen Boden und Decke oder Galerieschienen mit Seilen sind die professionelle Lösung für Altbauten und Ausstellungswände. Sie sind aufwendiger, aber besonders flexibel.
Welche Methode passt zu welchem Poster?
- Kleines, ungerahmtes Poster: Posterstrips, Washi Tape oder Posterleiste.
- Mittlerer Rahmen (z. B. 30 × 45 oder 40 × 60 cm): ablösbare Klebestreifen oder Klebenägel.
- Großer Rahmen mit Glas (z. B. 60 × 90 cm): anlehnen oder Bilderleiste – bei Kleber gilt hier besondere Vorsicht.
- Wechselnde Motive: Bilderleiste oder Wechselrahmen an Klebehaken.
Welche Größe für deine Wand passt, erklären wir in unserem Ratgeber „Postergrößen im Überblick: Welches Format passt an deine Wand?“. Und wenn du gleich mehrere Bilder aufhängen möchtest: „Bilderwand planen: So gelingt deine Gallery Wall in 6 Schritten“.
Unser Tipp
Viele unserer Poster gibt es wahlweise auch direkt mit Rahmen in Schwarz, Weiß, Holz hell oder Holz dunkel – dann musst du dich nur noch um die Aufhängung kümmern. Stöbere zum Beispiel in unseren Kategorien Wohnzimmer, Schlafzimmer oder Poster-Sets.